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HÖHENKRANKHEITEN |
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Jeder Mensch kann höhenkrank werden, wenn er nur schnell genug höher steigt. |
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Unter dem Sammelbegriff akute Höhenkrankheit versteht man an sich alle Anpassungsstörungen an subakut einwirkende Höhenhypoxie. Da die genauen pathophysiologischen Mechanismen noch unbekannt sind, sind auch Terminologie und gängige Klassifikationen einigermaßen uneinheitlich und manchmal sogar verwirrend. |
Vier höhenbedingte Syndrome stehen dabei im Vordergrund: Milde akute Höhenkrankheit (AMS), Höhenlungenödem (HAPE), Höhenhirnödem (HACE) u. Chron. Höhenkrankheit [Chronic Mountain Sickness (CMS) oder Monge‘s Disease]. Da CMS ein Phänomen der Höhenbewohner darstellt, ist sie für die touristische Höhenmedizin nicht relevant. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Gesundheitsstörungen, die für das Höhenbergsteigen typisch sind und die auch häufig als akute Höhenkrankheit fehlinterpretiert werden. |
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ZUSAMMENFASSUNG DER HÖHENSTÖRUNGEN - DEUTSCH/ENGLISCH
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Akute Höhenkrankheit (AHK) |
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Acute Mountain Sickness (AMS) |
Höhenlungenödem (HLÖ) |
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High Altitude Pulmonary Edema (HAPE) |
Höhenhirnödem (HHÖ) |
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High Altitude Cerebral Edema (HACE) |
Periphere Ödeme |
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High Altitude Localised Edema (HALE) |
Chronische Bergkrankheit |
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Chronic Mountain Sickness (CMS) |
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Man kann jedenfalls davon ausgehen, dass die gemeinsame Ursache aller Formen der akuten Höhenkrankheit in einer mangelhaften Akklimatisation liegt. |
Während heute über Diagnose, Therapie und Prävention der akuten Höhenkrankheit weitgehende Klarheit herrscht, werfen Pathophysiologie, individuelle Anfälligkeit und allfällige Querverbindungen der einzelnen Formen zueinander noch zahlreiche offene Fragen auf. |
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FORMEN DER AKUTEN HÖHENKRANKHEIT |
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Man unterscheidet zerebrale und pulmonale Formen der akuten Höhenkrankheit. Mögliche Zusammenhänge zwischen diesen beiden Formen sind heute noch weitgehend unklar. |
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ZEREBRALE FORM DER HÖHENKRANKHEIT - AMS |
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AMS, die sog. milde akute Höhenkrankheit, tritt vornehmlich in Höhen zwischen etwa 2500 und 6000 m auf, also auch in den Alpen, und zwar wohl deshalb, weil in diesen Höhenbereichen die meisten Bergsteiger anzutreffen sind. Im Gegensatz zu außeralpinen Höhenregionen verläuft AMS in Europa nur selten dramatisch, weil meist in kürzester Zeit ein Abstieg in tiefere Lagen möglich ist.
AMS und HACE, das Höhenhirnödem, beruhen vermutlich auf einer identen Pathogenese. Die Steigerung von AMS zum seltenen, aber häufig tödlichen HACE, welches nicht nur in extremen Höhen in Erscheinung treten kann, ist fließend. |
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PULMONALE FORM DER HÖHENKRANKHEIT - HAPE |
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HAPE, das Höhenlungenödem, kommt vornehmlich in Höhen zwischen 2500 und 6000 m vor. Zwei Drittel aller HAPE-Fälle ereignen sich zwischen 3000 und 4500 m Seehöhe. HAPE beginnt oft charakteristischerweise in der zweiten Nacht in einer neuen Höhe bzw. in der vierten Nacht nach Überschreiten der Schwellenhöhe und kann völlig unabhängig von AMS! HACE auftreten, häufig aber auch gemeinsam mit diesem. Das bevorzugte nächtliche Auftreten von HAPE dürfte auf den schlafbedingt zusätzlich verringerten Blutsauerstoff, aber auch darauf zurückzuführen sein, dass eine waagrechte Oberkörperposition zu einer zusätzlichen Lungendruckerhöhung führt. Zwei weitere hypoxiebedingte Erkrankungen in der Höhe sind die peripheren Höhenödeme (High Altitude Local Edema, HALE) sowie die hypoxiebedingten Retinablutungen (High Altitude Retinal Haemorrhage, HARH) (s.u.). Beide Phänomene sind an sich harmlos, gelten aber als Warnhinweise auf einen nicht reibungslos verlaufenden Akklimatisationsprozess. |
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INZIDENZ DER AKUTEN HÖHENKRANKHEIT |
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Die Inzidenz (Eintritt/Vorfall eines Ereignisses) aller Formen der Höhenkrankheit steigt mit zunehmender Seehöhe zwar generell an, weist aber beträchtliche geografische Unterschiede auf, und zwar in Abhängigkeit von den konkreten Umständen des Aufstieges. Die Häufigkeit von AMS liegt weltweit im Durchschnitt wahrscheinlich bei rund 3o bis 50%. Vor allem die Art des Aufstieges ist maßgeblich: So weisen Trekker auf dem Weg zum Everest, die mit dem Flugzeug nach Lukla (2850 m) fliegen, später doppelt so häufig AMS auf als solche, die von Jiri (1900 m) aus zu Fuß nach Lukla aufsteigen 47 zu 23%). Rund 1.6% der geflogenen und 0.05% der zu Fuß aufsteigenden Touristen entwickelten später auf rund 4300 m (Periche) ein Höhenödem (HAPE, HACE).Tieflandbewohner, die mit der Andenbahn von Lima direkt nach Cerro de Pasco (4300 m) fahren, weisen am nächsten Morgen nahezu ausnahmslos AMS-Symptome auf. |
In den Alpen wurde eine lnzidenz von 9% auf 2850 m, 13% auf 3050 m und 34% auf 3650 m festgestellt. Rund 66% derjenigen, die den Mt. Rainier (4.800 m, USA) besteigen, und etwa 47% der Everest-Trekker bekommen AMS. Dass auch die geografische Breite maßgeblich ist, zeigen Beobachtungen am Mount McKinley (Alaska): rund 30% entwickeln AMS, 2—3% ein Höhenödem. Bei einem Kurzzeitaufenthalt auf 4559 m Höhe fand man unter starker körperlicher Anstrengung bei 15% gesunder Personen ein mildes HAPE. |
HAPE und HACE weisen bezüglich Erkrankungshäufigkeit (HAPE ca. 0.7%, HACE ca. 0.3%) und tödlichem Ausgang (HAPE ca. 24%, HACE ca. 40%) angeblich deutliche Unterschiede auf, auch weil HAPE sich bei richtigen Sofortmaßnahmen in der Regel klinisch innerhalb von wenigen Stunden bessert, während HACE therapeutisch auch durch raschen Abtransport manchmal kaum beeinflussbar ist. Ob HACE tatsächlich viel seltener auftritt als HAPE, ist allerdings umstritten. HACE verläuft ungleich öfter mit tödlichem Ausgang. Bei kombinierten Höhenödemen liegt die Todesrate besonders hoch. |
Zwei weitere interessante Feststellungen: In Nepal geschehen 8o% aller tödlich verlaufenden HAPE/HACE-Fälle auf organisierten Trekkingtouren, obwohl an solchen nur etwa 40% aller Trekkingtouristen teilnehmen. Dieser bemerkenswerte Umstand weist darauf hin, dass innerhalb von Gruppen eine größere Tendenz zum Ignorieren, Bagatellisieren und Verheimlichen von Frühzeichen der akuten Höhenkrankheit besteht als bei Individualtouristen. |
Einheimische, Träger und lokale Begleiter sind zumindest genauso anfällig auf AMS, HAPE und HACE wie wir. Ihr Erkrankungsrisiko scheint nach neueren Untersuchungen sogar wesentlich höher zu sein: Basnyat fand am heiligen See Gosainkund (Langtang Himal, Nepal) in 4300 m Höhe, dass bei einheimischen Pilgern die Inzidenz von AMS 68%, von HACE 31% und von HAPE 5% betrug, wobei Frauen überproportional häufiger betroffen waren. |
Eine Untersuchung von Gesundheitsproblemen bei Trägern und Trekkingtouristen in Nepal ergab, dass bei einer totalen lnzidenz von 45% jene von Trägern 77%, von Trekkern 17% und von der Begleitmannschaft (Sherpas, Köche) 7% betrug. Im Vordergrund standen dabei Atemwegsinfekte (12%), AMS (8%), Magen-Darm-Erkrankungen (6%), Angstsyndrome (3%), Schneeblindheit (3%), akute Alkoholvergiftung (2%) u.a.m. Die Ursachen dafür liegen auf der Hand: Einheimische wissen meist überhaupt nicht über die akute Höhenkrankheit Bescheid, es gibt sprachliche Mitteilungsbarrieren und als Träger fürchten sie um ihren Job. Dazu kommt, dass Einheimische miserabel ernährt und schlecht gekleidet sind sowie als Träger Schwerarbeit unter großen Anstrengungen leisten müssen. Verantwortungsbewusste Trekker und Höhenbergsteiger wenden daher immer ein besonderes Augenmerk auf ihre einheimische Mannschaft, um frühzeitig eingreifen zu können. |
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SYMPTOME DER AKUTEN HÖHENKRANKHEIT NACH IHRER HÄUFIGKEIT IN PROZENT |
Untersuchungen an insgesamt 175 Himalayatrekkern |
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Kopfweh |
72 % |
Übelkeit |
18 % |
Kurzatmigkeit |
52 % |
Schwindel |
17% |
Schlaflosigkeit |
48 % |
Erbrechen |
12% |
Appetitlosigkeit |
46 % |
Teilnahmslosigkeit |
12% |
Schwäche |
38% |
Angst |
9% |
Husten |
18 % |
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Periphere Ödeme |
18 % |
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DISPOSITION UND RISIKOFAKTOREN |
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Es gibt große individuelle, genetisch bedingte Dispositionsunterschiede. Die wichtigsten Risikofaktoren sind die Geschwindigkeit des Aufstiegs (,‚rate of ascent“) und die individuelle Reaktion auf Hypoxie. Personen, die schon früher AMS, HACE oder HAPE erlitten, bleiben auch weiterhin besonders anfällig. AMS weist vermutlich keine Geschlechtsdisposition auf, während HAPE offensichtlich männliche Bergsteiger (vor allem unter 18 und über 60 Lebensjahren) bevorzugt. Die Anfälligkeit auf AMS ist unabhängig vom Trainingszustand, wohl aber abhängig vom Körpergewicht. Weil HAPE häufig nach anaeroben Belastungen (Pressatmung) und in großer Kälte auftritt, gelten diese Bedingungen als besondere Risikofaktoren für HAPE. Wenn bereits in den ersten Stunden eines Höhenaufenthaltes die Sauerstoffsättigung fällt, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer bevorstehenden AMS! |
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RISIKOFAKTOREN DER AKUTEN HÖHENKRANKHEIT |
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Hier sind insbesondere die Aufstiegsgeschwindigkeit (rate of ascent) und die individuelle Disposition zu nennen. |
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AUSLÖSENDE FAKTOREN DER AKUTEN HÖHENKRANKHEIT |
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• Nichtbeachtung höhentaktischer Regeln |
• Atemwegsinfekte (HAPE) |
• Schlafmittel |
• Anaerobe Belastung mit Pressatmung (HAPE) |
• Kälte (HAPE) |
• Angst |
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LATENZZEITEN |
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AMS-Beschwerden treten mit einer Latenzzeit von durchschnittlich 6 bis 48 Stunden nach Höhenexposition auf und verschwinden meist spontan innerhalb von ein bis zwei Tagen, vor allem wenn die richtigen Konsequenzen gezogen werden. HACE kann sich unterschiedlich rasch aus AMS heraus entwickeln, während HAPE auch ohne AMS, und zwar meist in der zweiten Nacht (also nach 24—36 Stunden) in einer neuen Höhe bzw. in der vierten Nacht oberhalb der Schwellenhöhe, ohne besondere Vorwarnzeichen und nicht selten während des Schlafens entstehen kann. |
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SYMPTOME DER AKUTEN HÖHENKRANKHEIT |
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Das individuelle Beschwerdebild bei akuter Höhenkrankheit kann sehr unterschiedlich zusammengesetzt sein. Treten nur zwei bis drei der weiter unten aufgelisteten Symptome auf, gilt die Diagnose bereits als gesichert und muss zu den entsprechenden Sofortmaßnahmen führen. |
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Drei Leitsymptome erfordern besondere Beachtung
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• Höhenkopfschmerz |
• Ataxie (gestörte Koordination von Muskelbewegungen) |
• Plötzlicher Leistungsabfall |
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LEITSYMPTOM ATAXIE |
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Bei jeder Form von Höhenbeschwerden ist immer ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklung von Gang- und Stehunsicherheiten (Ataxie) zu lenken: |
Das Auftreten von Ataxie ist das wichtigste Alarmzeichen für den Übergang von AMS zum lebensbedrohlichen HACE! |
Hat man den Verdacht auf eine Gangunsicherheit, wendet man einen einfachen Test an. Man fordert die betreffende Person auf, ohne Schuhe und Rucksack entlang einer auf einem ebenen Boden gezeichneten geraden Linie jeweils einen Fuß unmittelbar vor den anderen zu setzen. Tritt man dabei immer wieder daneben, benötigt man eine Stütze oder fällt man sogar zu Boden, besteht höchstwahrscheinlich HACE. Balanceschwierigkeiten allein sind noch kein ausreichender HACE-Hinweis. Der Finger-Nase-Test ist ungeeignet. HACE tritt nie aus heiterem Himmel auf. Stets bestehen bereits über 12 bis 24 Stunden AMS-Symptome, die aber fast immer verschwiegen oder verleugnet werden. Man kann daher davon ausgehen, dass die Entwicklung zu HACE bei rechtzeitigen Gegenmaßnahmen völlig vermeidbar wäre. |
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LEITSYMPTOM PLÖTZLICHER LEISTUNGSABFALL |
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Im Vorfeld des HAPE kann es typische AMS-Symptome geben, das Vorstadium von HAPE kann aber auch ziemlich uncharakteristisch verlaufen. |
Unverhältnismäßige Müdigkeit, Atemnot anfangs bei Anstrengungen u. dann in Ruhe sowie trockener Husten. |
Das auffälligste Leitsymptom für ein unmittelbar bevorstehendes oder bereits beginnendes HAPE ist aber typischerweise ein plötzlicher Leistungsabfall. |
Ein bisher leistungsfähiger Bergsteiger benötigt plötzlich die zwei- oder dreifach längere Gehzeit als seine Partner, muss häufig rasten und erholt sich bei diesen Pausen kaum. |
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MILDE AMS |
Leitsymptom: Kopfschmerz plus mindestens eines der folgenden Symptome. |
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• Ruheherzfrequenzerhöhung über 20% |
• Müdigkeit |
• Übelkeit |
• Flüssigkeitsretention (verringerte 24-Stunden-Urinmenge) |
• Schwäche |
• Belastungsdyspnoe |
• Häufige nächtliche Apnoephasen |
• Appetitlosigkeit |
• Schlaflosigkeit |
• Periphere Ödeme |
• Apathie |
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Die sogenannte milde AMS ist die häufigste Form der Höhenkrankheit. Sie ist eine Frühform von HACE. Einer der wichtigsten höhenmedizinischen Sicherheitsregeln besteht daher darin, AMS-Symptome rechtzeitig als solche zu erkennen und nicht irgendwelchen anderen Befindungsstör-ungen zuzuordnen.
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DIFFERENTIALDIAGNOSE |
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AMS wird gerne mit einem banalen Virusinfekt, mit Erschöpfung, Magenverstimmung, Dehydratation und Unterkühlung verwechselt. Es gilt der Grundsatz, dass verdächtige Symptome so lange als AMS angesehen werden, solange nicht das Gegenteil bewiesen ist. |
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SCHWERE AMS - HÖHENHIRNÖDEM (HACE) |
Leitsymptom: Ataxie |
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• Neurologische Veränderungen (Nystagmus, Pyramidenzeichen, Hemiparesen, Nackensteifigkeit, Augenmuskelparesen)
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• Schwerste, analgetikaresistente Kopfschmerzen |
• Übelkeit |
• Halluzinationen |
• 24-Stunden-Urinmenge unter 0.5 Liter |
• Erbrechen |
• Lichtscheue |
• Vernunftwidriges Verhalten |
• Schwindelzustände |
• Sehstörungen |
• Papillenödem |
• Koma |
• Subfebrile Temperaturen |
• Bewusstseinsstörungen |
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HACE ist zwar angeblich seltener als HAPE, hat aber „viele Gesichter“ und verläuft häufig tödlich. Die Symptome können sich nämlich wie bei keiner anderen Form der akuten Höhenkrankheit sehr rasch zu Koma und Tod steigern. Wegen der fließenden Übergänge von AMS zu HACE, aber auch wegen des mit HACE häufig vergesellschafteten HAPE, muss man bei jeder unklaren schweren Befindungsstörung in der Höhe auch an HACE denken.
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DIFFERENTIALDIAGNOSEN ZUM HACE |
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Aufgrund ihrer relativen Häufigkeit beim Höhenbergsteigen müssen bei HACE-Verdacht vor allem folgende zerebrale Differentialdiagnosen in Betracht gezogen werden: |
Migräne, Schlaganfälle, Transient Ischämische Attacken (TIA), Transient Globale Amnesie (TGA), Retianvenenthrombosen, sog. symptomatische Hirntumoren. Eine orientierende Unterscheidung beruht vor allem auf den Kriterien Anamnese, Progredienz des Krankheitsverlaufes und neurologische Symptomatik. |
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HÖHENLUNGENÖDEM |
Leitsymptom: Plötzlicher Leistungsabfall |
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• Anfangs Belastungsdyspnoe (Atemnot bei Anstrengungen) mit verzögerter Erholungszeit |
• Später Ruhedyspnoe (Atemnot in Ruhe) |
• anfangs feinblasige Rasselgeräusche |
•Pulsanstieg |
• anfangs trockener Husten |
• später Distanzrasseln (frei hörbares Rasseln) |
•Erbrechen |
• später Husten mit blutig-schaumigem Auswurf |
• Brennender Druck hinter dem Brustbein |
• Fieber bis 38.5° C |
• 24-Stunden-Urinmenge unter 0.5 Liter |
• Flachlagerung unmöglich |
• Blauverfärbung der Haut |
HAPE ist bei rascher und richtiger Therapie in kurzer Zeit und vollständig reversibel, kann aber unbehandelt in weniger als 24 Stunden zum Tod führen. Für HAPE typische Röntgenveränderungen können bis zwei oder drei Tage nach Rückkehr in tiefere Lagen nachweisbar sein.
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Auskultatorische Rasselgeräusche, vornehmlich im Mittellappenbereich, sind kein obligatorisches HAPE-Kriterium, denn sie fehlen bei etwa 30% der HAPE-Fälle, und zwar immer dann, wenn es sich um kein alveoläres, sondern um ein interstitielles Ödem handelt. Andererseits können RG‘s auch in rund 30% der AMS-Fälle, aber auch bei zahlreichen asymptomatischen Höhenneulingen am Beginn der Akklimatisation als Zeichen einer völlig normalen, vorübergehenden physiologischen Flüssigkeitsansammlung in den Lungen auskultiert werden. |
Man kann diese Rasselgeräusche auch ohne Stethoskop hören, wenn man ein Ohr direkt auf den Rücken des Patienten auflegt: Die Atemgeräusche hören sich dann so an, wie wenn man hinter dem eigenen Ohr ein Haarbüschel zwischen Daumen und Zeigefinger reibt. |
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KOMBINIERTE HÖHENÖDEME - HAPE & HACE |
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HAPE & HACE sind sehr oft gemeinsam vorhanden. Der Verlauf ist dann besonders häufig tödlich. Wenn in einigen Statistiken für HACE eine Letalitätsrate von bis zu 40% angegeben wird, so ist das vermutlich auf diese Koexistenz zurückzuführen. |
Kohlenmonoxyd (CO) stellt eine besondere Gefahr beim Höhenbergsteigen dar, und zwar speziell beim wiederholten Kochen in engen Zelten oder Schneehöhlen. Die Effekte von Kohlenmonoxyd und Hypoxie addieren sich dabei. Eine nur einmalige Exposition gegenüber erhöhtem CO führt zu einem zwar signifikanten, aber klinisch bedeutungslosen Anstieg der CO-Bindung an das Hämoglobin. |
Atemnot wird in der Höhe nicht selten fehlinterpretiert. Gerade höhenmedizinisch unerfahrene Laien neigen dazu, akut auftretende Atemstörungen vorschnell für ein HAPE anzusehen. Das Fehlen verlässlicher diagnostischer Hilfsmittel am Berg soll jedenfalls immer dazu veranlassen, bei plötzlichem Leistungsabfall, trockenem Husten und progredienter Dyspnoe (Ruhedyspnoe) primär an ein HAPE zu denken. Wenn ein HAPE-Patient (ohne HACE-Beteiligung) rechtzeitig und rasch in tiefere Lagen gebracht wird, kann sehr schnell völlige Beschwerdefreiheit auftreten. Ein Wiederaufstieg ist dann nach einigen Rasttagen durchaus möglich. Man sollte nun aber entsprechende höhentaktische Konsequenzen ziehen und die HAPE-auslösenden Fehler nicht wiederholen. |
Beim Auftreten von hier genannten Symptomen gilt die Verdachtsdiagnose Höhenkrankheit so lange, bis das Gegenteil bewiesen ist. Allerdings: Nicht jede unklare Gesundheitsstörung in der Höhe ist eine akute Höhenkrankheit. Ein problematischer Begleiteffekt von Informationskampagnen über die akute Höhenkrankheit besteht nämlich in zunehmendem Maße darin, jedwede Erkrankung in der Höhe als „Höhenkrankheit“ zu verdächtigen. Nicht selten werden Ereignisse wie Thrombembolien, Herzinfarkte, Asthmaanfälle, zerebrale Durchblutungsstörungen, aber auch Erschöpfungszustände, Nahrungsmittelunver-träglichkeiten, Dehydratation, Atemwegsinfekte, Sonnenstich und dergleichen fälschlich als Manifestation einer akuten Höhenkrankheit fehlinterpretiert, zumal diffentialdiagnostische Klärungen im Gelände üblicherweise sehr schwierig sind. Höhenbedingte Beschwerden werden sehr häufig bagatellisiert, ignoriert oder verheimlicht: Man schiebt höhenbedingte Beschwerden gerne anderen vermeintlichen Ursachen in die Schuhe. Auch glauben manche, es sei nach einer anstrengenden Tagesetappe ganz normal, appetitlos und erschöpft zu sein. Der selbstauferlegte Erfolgsdruck („Die Tour meines Lebens darf nicht scheitern“) trägt viel zu derartigen Fehlinterpretationen bei. Aber auch die Angst, andere Gruppenteilnehmer zu behindern oder selbst zurückbleiben zu müssen. Daher werden AMS-Symptome in der Frühphase sehr häufig verheimlicht oder einfach ignoriert, bis sie sich schließlich zu HACE oder HAPE steigern und der dann bedrohliche Zustand nicht mehr länger verborgen bleiben kann. Hauptsächlich wegen dieser typisch gruppendynamischen Umstände treten HACE und HAPE in organisierten Gruppen weitaus häufiger auf als bei lndividualbergsteigern. Führer von Trekkinggruppen, aber auch sämtliche Gruppenteilnehmer müssen daher immer wieder mit Nachdruck daran erinnert werden, sich vom ersten Tag an ständig gegenseitig zu beobachten und dabei folgendes zu beachten: |
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• Ändert sich die Stimmungslage eines Tourengefährten? |
• Rastet jemand plötzlich ungewohnt häufig? |
• Fällt auf, dass jemand beim Rasten oder im Lager auffällig still und teilnahmslos wirkt? |
• Beobachtet man einen ungewohnten Leistungsabfall oder eine Trittunsicherheit? |
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MAßNAHMEN BEI AMS - HACE - HAPE |
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MILDE AMS |
1. Rasttag, evt. vorübergehender Abstieg |
2. Ggf. Ibuprofen bzw. Naproxen |
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SCHWERE AMS/HACE |
1. Abtransport |
2. Sauerstoff: anfangs hohe Flussraten, später 2 bis 4 Liter pro Minute |
3. Dexamethason: initial 8 mg, dann alle 6 Stunden 4 mg |
4. Überdrucksack |
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HAPE |
1. Abtransport |
2. Sauerstoff: anfangs hohe Flussraten, später 2 bis 4 Liter pro Minute |
3. Nifedipin retard 20 mg alle 6 Stunden |
4. Überdrucksack |
5. Kälteschutz |
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Diese Infos dienen dazu Höhenkrankheiten zu vermeiden! |
Sämtliche Informationen auf dieser Seite sind nach bestem Wissen und Gewissen ausgesucht. |
Dennoch dienen sie lediglich der persönlichen Information. Fragen Sie Höhenerfahrene Arztinnen oder Ärzte. |
Diese Auflistung erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. |
Ebenso wird keinerlei Garantie für die Richtigkeit der Aussagen zur Höhenkrankheit übernommen! |
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