DOPPELÜBERQUERUNG DES HOHEN ATLAS  -  Vom Tizi-n-Tichka Pass nach Tinerhir

Anmerkung: Zwei mal wird der Atlashauptkamm überfahren, zum einen über den Tizi-n-Quano (3003 m), welcher zugleich der höchstbefahrbare Pass Marokkos ist, und zum anderen der Tizi-Tirherhouzine (2706 m) auf dem Rückweg.
Schwierigkeitsgrad: Mittelschwer - Das Hauptproblem stellt die Hitze dar (auf unserer Tour bis zu 49° in der Sonne), also genügend Wasser mitführen! Fahrtechnisch kein Problem, da die Straßen/Wege auch mit dem Jeep bewältigt werden können.
Als Übersichtskarte genügt für die gesamte Tour z.B.: Marokko – World-Länderkarte – 1:800.000 – RV-Verlag
Die Tour beginnt auf dem ersten Pass, dem Tizi-n-Tichka. Wer lieber in Marrakech startet sollte einen Tag bis oben einplanen. Wir sind von Marrakech mit dem Sammeltaxi auf die Passhöhe gefahren.
Eine kleine Vorgeschichte: Mit dem Bus sollte es von Agadir bis zum ersten Pass hinauf gehen, dem Tizi-n-Tichka, jedoch ließ sich das Gefährt nach abenteuerlicher Fahrt mitten in der Nacht nicht mehr zur Weiterfahrt überreden. Also ging es auf die Bikes, bis wir in einem Ort auf ein Sammeltaxi umstiegen. Der Fahrer wechselte zuerst die Reifen, welche total abgefahren waren gegen völlig abgefahrene Reifen aus. Aber es gelang ihm uns unversehrt nach Marrakech zu bringen. Dort ging es dann nach einem Stadtbummel mit dem Sammeltaxi auf den Tixi-n-Tichka.
1. Etappe
Start: Passhöhe des Tizi-n-Tichka (2260 m)
Ziel: in Ait Benhaddou
Km: ca. 70
Pässe: Tizi-n-Tichka (2260 m)
Start mit einer schönen Abfahrt. Wenige Kilometer nach der Passhöhe biegen wir links ab in Richtung Telouèt. Auf rauen Pisten geht es durch eine grandiose, stark zerklüftete Erosionslandschaft. Die Hitze, der Wind und einige Anstiege fordern ihren Tribut – die herrlichen Ausblicke entschädigen jedoch reichlich dafür.
2. Etappe
Start: Ait Benhaddou
Ziel: Skoura
Km: ca. 77
Pässe:
Die Asphalt-Etappe passiert die Stadt Quarzazate, das „Tor zur Sahara“. Weiter geht es auf der berühmten Straße der Kasbahs durch das Dades-Tal, vorbei an zahlreichen festungsartigen Lehmburgen (Kasbahs). Einige Oasendörfer werden durchquert.
3. Etappe
Start: Skoura
Ziel: Boulmane-du-Dades
Km : ca. 74
Pässe: -Tizi-n-Taddert (1370 m)
Zunächst geht es durch wüstenähnliche Gegend, dann folgt der erste „kleinere“ Pass, der Tizi-n-Taddert. Weiter geht es entlang des Draa-Flusses, wobei Kasbahs und die Palmenhaine der Oasen das Auge erfreuen.
4. Etappe
Start: Boulmane-du-Dades
Ziel: Msemrir
Km : ca. 66
Pässe: eine ca. 2100 Meter hohe Passhöhe
Nun verlassen wir die Straße der Kasbahs und beginnen mit der eigentlichen Überquerung des Hohen Atlas. Es geht durch die wildromantische Dadès-Schlucht, in der sich die Straße in langen Kehren bergauf windet. Die Schlucht bietet mit zunehmender Fahrhöhe grandiose Tiefblicke in den Canyon Du Dades. Nach erreichen der Passhöhe von ca. 2100 m (kein Name) geht es dann hinunter nach Msemrir.
5. Etappe
Start: Msemrir
Ziel: Agoudal
Km: 65
Pässe: Tizi-n-Quano (3003 m)
Die Piste wird deutlich schlechter und bald eröffnet sich ein karges Hochplateau, welches häufig großartige Aussichten auf den Canyon du Dades bietet. Nach ca. 40 km auf holpriger Piste, wobei es fast ausschließlich bergauf geht, liegt nun der Tizi-n-Quano mit seinen 3003 m Höhe unter den Stollen. Eine kurze Wanderung auf die umliegenden Gipfel bietet sich an. Zum Zielort Agoudal geht es überwiegend bergab, jedoch ist die ein- oder andere Steigung noch zu bewältigen.
6. Etappe
Start in Agoudal
Ziel: Tinerhir
Km: ca. 90
Pässe: Tizi-Tirherhouzine (2706 m)
Weiter geht es in Richtung Tinerhir wobei es den Tizi-Tirherhouzine zu bewältigen gilt. Mäßig aber lange steigt die Piste an.  Auf der Passhöhe kann bei Bedarf unter einem Berberzeltdach gerastet werden. Die Getränke waren jedoch ungekühlt. Nach der Abfahrt wird die Todraschlucht (Georges du Todra) gequert. Die liegt einfach traumhaft, ist jedoch auch bereits für den Tourismus erschlossen. Als wir dort waren, wurde gerade in der Schlucht eine Straße gebaut.
Anmerkung: Von Tinerhir aus ist es möglich mit dem Bus (Mountainbikes auf dem Dach) zurück nach Agadir oder Marrakech zu fahren, die Preise sind sehr moderat. Wer lieber mit dem Bike radelt, kann entlang der Straße der Kasbahs auf geteerter Straße den Rückweg antreten.
Anmerkung: In allen von mir angegebenen Etappen(end)orten kann in Pensionen oder billigen Hotels übernachtet werden, ein Zelt ist also ggf. nicht nötig.